Digitales Arbeitsheft in der Lernplattform 2026-04-12 - Kategorien: moodle Bereits im Schuljahr 2024/25 habe ich ein digitales Arbeitsheft im BwR-Unterricht auf Basis des Moodle-Tests auf der ByCS Lernplattform mit Freitext-Aufgaben erprobt. Die Ergebnisse waren durchweg positiv: Die Schüler hatten kaum technische Hürden zu meistern und arbeiteten sich schnell in das Prinzip ein. Damit ein Moodle-Test jedoch eher einem Arbeitsheft als einer klassischen Prüfung entspricht, sind gezielte Einstellungen notwendig. Beispielaufgabe: T-Konten bearbeiten Notwendige Einstellungen Damit das Format sinnvoll funktioniert, sollten folgende Anpassungen vorgenommen werden: Bewertung Erlaubte Versuche: unbegrenzt Fragenanordnung Neue Seite: jede Frage Frageverhalten Frageverhalten: Spätere Auswertung Jeder Versuch basiert auf dem vorigen: Ja (die wichtigste Einstellung!) Überprüfungsoptionen “Punkte” aushaken Sonstige Einstellungen Kein Zeitlimit Keine weiteren Einschränkungen Beispielaufgabe: Zuordnung und Freitext Fragetypen und Umsetzung Alle Aufgaben sind als Freitextfragen mit jeweils 0 Punkten angelegt. Die Gesamtpunktzahl des Tests beträgt somit ebenfalls 0. Da die Anzeige von Punkten deaktiviert ist, spielt die Bewertung in der Praxis keine Rolle. Optional können ergänzend andere Fragetypen integriert werden. Beispielaufgabe: Buchungssatz zum Beleg Fazit Das digitale Arbeitsheft bietet eine Reihe von Vorteilen: Schüler können unterschiedliche Ausdrucksformen nutzen, indem sie nicht nur Texte verfassen, sondern auch Audio- und Videoaufnahmen einbinden oder Dateien hochladen. Dadurch entsteht eine hohe Multimedialität, die sich direkt in die Aufgaben integrieren lässt. Gleichzeitig behält die Lehrkraft jederzeit Einblick in den Arbeitsstand. Die klare Struktur und die ständige Verfügbarkeit erleichtern das Arbeiten zusätzlich. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Schüler nicht nur in leere Textfelder schreiben, sondern auch mit vorgegebenen Vorlagen oder Schemata arbeiten können, die gezielt beim Strukturieren der Inhalte unterstützen. Darüber hinaus kommen typische Vorteile des Moodle-Tests zum Tragen: Aufgaben können in einer Fragensammlung organisiert, leicht wiederverwendet und zwischen Kursen und Lehrkräften ausgetauscht sowie bei Bedarf schnell angepasst werden. Demgegenüber stehen einige Einschränkungen: Handschriftliches Arbeiten ist nur bedingt möglich und muss in der Regel über Foto-Uploads umgesetzt werden. Zudem ist ein stabiler Internetzugang Voraussetzung. In der praktischen Nutzung hat sich außerdem gezeigt, dass es sinnvoll ist, nach der Bearbeitung einer Aufgabe noch zur nächsten Seite zu wechseln, um sicherzustellen, dass alle Eingaben zuverlässig gespeichert werden. Alternativ lässt man von den Schülern eine (Zwischen-)Abgabe des Tests machen, was ab und an ohnehin sinnvoll erscheint. Darüber hinaus können Tests, sobald sie begonnen wurden, nur noch eingeschränkt verändert werden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, das digitale „Arbeitsheft“ nicht als einen einzigen umfangreichen Test anzulegen, sondern in mehrere thematisch abgegrenzte Einheiten zu unterteilen, um flexibel auf Anpassungsbedarfe reagieren zu können. Ein weiterer Nachteil liegt in den eingeschränkten Exportmöglichkeiten für die Schüler: Ein einfacher Export ist nur über die Druckfunktion möglich, kann jedoch gegebenenfalls über zusätzliche Lösungen wie den Quizarchiver bereitgestellt werden.