Kürzlich hörte ich das merkwürdige Argument, digitale Prüfungsvorbereitung sei unsinnig, weil die Prüfung analog stattfinde und digitale Medien nur ablenkten.

Stellen wir uns eine Schule vor, die Unterricht konsequent nur nach Prüfungsanforderungen gestaltet:

  • Gruppen- und Partnerarbeit? Verboten – in der Prüfung zählt nur individuelle Leistung.
  • Nachschlagewerke oder Diskussionen? Überflüssig – im Test muss alles auswendig gewusst werden.
  • Kreatives Denken und eigene Lösungsansätze? Zeitverschwendung – in der Prüfung sind nur vorgegebene Formate erlaubt.

Stattdessen sitzen die Schüler stundenlang still an Einzeltischen und füllen Testbogen um Testbogen aus. Das wäre so, als müsste ein Fußballspieler sich ausschließlich darauf konzentrieren, den Ball im Netz zu versenken – ohne Taktiktraining, ohne Ausdauerübungen, ohne Teamabsprachen. Ein absurdes Konzept.

Auch Sportler trainieren oft unter anderen Bedingungen als im Wettkampf. Ein Sprinter trainiert gezielt Kraftübungen, um seine Explosivität zu verbessern. Ein Hochspringer absolviert Koordinationsübungen und Krafttraining, um seine Leistung zu steigern. Ein Fußballspieler nutzt Videoanalysen, um seine Spielweise zu verbessern.

Genauso verhält es sich mit der Prüfungsvorbereitung: Es geht nicht nur darum, Prüfungen zu simulieren, sondern das Fundament für den Erfolg zu legen. Digitale Formate können genau das leisten, indem sie individuelles Feedback geben, Wiederholungen ermöglichen und den Lernprozess anpassen – genau wie ein durchdachter Trainingsplan im Sport. Sie ermöglichen eine strukturierte Planung und helfen dabei, den Überblick zu behalten.

Digitale Prüfungsvorbereitung hat den großen Vorteil, dass sie individuelles Feedback ermöglichen kann. Übungen in einer Lernplattform zeigen direkt Fehler auf und helfen, gezielt an Schwächen zu arbeiten. Quizzes bieten gezielte Wissensabfragen, die sofortiges Feedback geben. Interaktive Übungen ermöglichen es, den Lernprozess aktiv zu gestalten. Glossare erleichtern die schnelle Wiederholung von Begriffen und Kanban-Boards helfen bei der Organisation von Lernaufgaben, um den Überblick zu behalten. Pinnwände oder digitale Notizen bieten zudem eine Möglichkeit, Gedanken oder wichtige Informationen zu sammeln und zu teilen. In Foren und Chats können Schüler zudem Fragen stellen, sich gegenseitig unterstützen und ihr Wissen austauschen. So wie ein persönlicher Trainer, der nach jeder Trainingseinheit eine Analyse gibt, bieten digitale Formate eine schnelle Rückmeldung, die es ermöglicht, gezielt und effektiv zu arbeiten.